Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Finanzdienstleister

Rechtsgrundlage / Gerichtsstand / Vertragsart
Österreichisches Recht / Österreich / Einzelvertrag

Voraussetzungen für den Versicherungsschutz
aufrechte Gewerbeberechtigung/Konzession laut versichertem Risiko

Deckungssumme (Versicherungssumme)
ab EUR 1.500.000 (Jahreslimit 1,5fach oder 3fach)

Selbstbehalt
ab EUR 1.500 (fix in jedem Schadenfall)

Vorhaftung / Vordeckung
gegen Beantragung möglich

Nachhaftung / Nachdeckung

  • 5 Jahre + weitere 5 Jahre bei Vertragsbeendigung aufgrund von Tod, Gewerbeauflösung aus altersbedingten oder gesundheitlichen Gründen, Eintritt in den Ruhestand oder Aufgabe der versicherten Tätigkeit (ohne Mehrprämie)
  • Ausdehnung der Nachdeckung von 5 auf 7 Jahre (ohne Mehrprämie) – dies gilt wenn das Versicherungsverhältnis zum Versicherer ununterbrochen länger als 5 Jahre aufrecht ist
  • 5 Jahre + weitere 25 Jahre bei Vertragsbeendigung aufgrund von Tod, Gewerbeauflösung aus altersbedingten oder gesundheitlichen Gründen, Eintritt in den Ruhestand oder Aufgabe der versicherten Tätigkeit (gegen Mehrprämie)

Örtlicher Geltungsbereich
Weltweit (ausgenommen USA und Kanada)

Vertragslaufzeit
1 Jahr

Vertragsgrundlagen

  • Berufshaftpflichtversicherung für Finanzdienstleister und Versicherungsvermittler 2017
  • Anhang zur Berufshaftpflichtversicherung für Finanzdienstleister und Versicherungsvermittler 2017
  • Allgemeine Versicherungsbedingungen zur Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden (AVBV)

Versicherungsumfang
Versichert ist, nach Maßgabe der vereinbarten Versicherungsbedingungen, die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers bzw. des Mitversicherungsnehmers sowie ausdrücklich mitversicherte Personen aus von diesen oder deren Erfüllungsgehilfen schuldhaft zugefügten Vermögensschäden Dritter aus ihrer (bzw. ihren) gewerblich oder aufsichtsrechtlich befugt ausgeübten Tätigkeit(en) als:

  • Versicherungsvermittler nach § 94 Z 76 GewO
  • Gewerblicher Vermögensberater nach § 94 Z 75 GewO iVm § 136a GewO
  • Finanzdienstleistungsassistenten iS des § 2 Abs. 1 Z 15 WAG 2007
  • Wertpapiervermittler nach § 2 Abs. 1 Z 15 WAG 2007
  • Gebundene Vermittler nach § 1 Abs. 1 Z 20 WAG 2007
  • konzessionierte Wertpapierfirmen iS der § 3 WAG 2007
  • konzessionierte Wertpapierdienstleistungsunternehmen nach § 4 WAG 2007

Versichertes Risiko
Das versicherte Risiko umfasst alle Eigenschaften, Rechtsverhältnisse und Tätigkeiten, zu denen der Versicherungsnehmer bzw. Mitversicherungsnehmer oder versicherte Personen im Rahmen ihres Gewerbes oder dem Bereich der Wertpapierdienstleistungen öffentlich-rechtlich berechtigt ist bzw. sind.

Gegenstand des Deckungsanspruches
Gegenstand des Deckungsanspruches des Versicherungsnehmers bzw. Mitversicherungsnehmers gegenüber dem Versicherer sind folgende Leistungen, die der Versicherer im Versicherungsfall übernimmt:

  • die Erfüllung von Schadenersatzverpflichtungen
  • die Deckung von Kosten der außergerichtlichen und/oder der gerichtlichen Feststellung und Abwehr einer von einem Dritten behaupteten Schadenersatzverpflichtung
  • die Haftung aus der Solidarhaftung

Definition des Versicherungsfalles
Versicherungsfall ist ein Verstoß in Verbindung mit der erstmaligen schriftlichen Anspruchserhebung des tatsächlich oder vermeintlich Geschädigten gegenüber dem Versicherungsnehmer bzw. Mitversicherungsnehmer im direkten Zusammenhang mit dem versicherten Risiko während der Dauer dieses Vertrages.

Der Versicherer haftet nur für solche Schäden, deren Verstoß nach dem in der Polizze genannten Rückwirkungsdatum liegt, es sei denn, ein Schaden wird vom Vorversicherer aufgrund Ablauf der 5-jährigen Nachdeckung abgelehnt. In dem Fall haftet der Versicherer auch für nach dieser Polizze gedeckte Schäden, deren Verstoß vor dem Rückwirkungsdatum liegt, sofern eine entsprechende Vordeckung(speriode) in Verbindung mit dem Rückwirkungsdatum vereinbart wurde und im Zertifikat dokumentiert ist.

Schäden durch Unterlassung
Wird der Schaden durch Unterlassung gestiftet, so gilt im Zweifel der Verstoß an dem Tage begangen, an welchem die versäumte Handlung spätestens hätte vorgenommen werden müssen, um den Eintritt des Schadens abzuwenden, spätestens jedenfalls aber am Tage der Beendigung des Versicherungsschutzes des Versicherungsnehmers bzw. Mitversicherungsnehmers. Die positive Falschangabe über die Sicherheit oder das Risiko von Finanzanlagen, Versicherungen oder sonstige Finanzprodukte oder Anlagen gilt im Zweifel als Fehlberatung durch positive Falschangabe und nicht als unterlassene Risikoaufklärung.

Versicherte Personen
Versicherte Personen sind alle Mitarbeiter, Gehilfen, Aushilfen und solche Personen, die gemäß Beschäftigungsbesorgungsvertrag oder anderweitiger vertraglicher Vereinbarung Tätigkeiten des Versicherungsnehmers oder Mitversicherungsnehmers im Auftrag desselben verrichten sowie Auszubildende und Praktikanten, die zum Zeitpunkt des Versicherungsfalles bei dem Sozialversicherungsträger aufrecht gemeldet waren, und die Organe des Versicherungsnehmers, die im Firmenbuch bei Verstoß registriert waren.

Nicht automatisch vom Versicherungsschutz umfasste Personen, die aufgrund eines Werkvertrages oder Auftrags oder sonst als Erfüllungsgehilfen des Versicherten (Wertpapiervermittler, Subagent, Submakler, Finanzdienstleistungsassistent, gebundener Vermittler) tätig sind, können durch namentlichen Einschluss im Zertifikat als Mitversicherte versichert werden.

Compliance-Tätigkeiten
Im Bereich der Compliance-Tätigkeiten kann die persönliche Haftung für zivilrechtliche Ansprüche des Compliance-Beauftragten bei Wertpapierfirmen/WPDLU sowie bei Versicherungsvermittler und/oder gewerbliche Vermögensberater versichert werden

Besonderer Schutz als Geschäftsführer
Versicherungsschutz besteht auch dann wenn ein Unternehmensleiter (Geschäftsführer, Vorstand) fälschlicherweise als angeblicher selbständiger Vermittler (ohne eigener Gewerbeberechtigung) wegen einer Fehlberatung persönlich in Anspruch genommen wird

Erweiterte Abwehrdeckung für Ansprüche gegen Versicherungsagenten und/oder -makler
Wird ein Versicherungsvermittler in Anspruch genommen, aufgrund seiner Tätigkeit als Versicherungsagent oder als Versicherungsmakler, und würde ein Deckungsausschluss bestehen, weil für die jeweilige Ausübungsart des Gewerbes nach § 137a GewO, derentwegen der Versicherte von Dritter Seite von einem Versicherungsnehmer (gilt somit nicht für Regress des Versicherers) genommen wird, keine spezifische Gewerbeberechtigung besteht, weil die Gewerbeberechtigung nur für die Ausübungsart Versicherungsagent und/oder Versicherungsmakler dem Versicherungsnehmer erteilt wurde, wird dennoch Deckung gewährt, sofern die Vorschriften des § 137f GewO Abs.8 GewO eingehalten wurden. Wird daher beispielsweise ein Versicherungsagent als Mehrfachagent in Auswahlberatung dieser Versicherung tätig und vom dritten Anspruchsteller als Versicherungsmakler in Anspruch genommen verliert allein aus diesem Grunde der Versicherungsagent seine Deckung aus dem Versicherungsvertrag nicht, obwohl er keine Gewerbeberechtigung als Versicherungsmakler hat. Gleiches kann auch umgekehrt, wenn der berechtigte Versicherungsmakler der als Anscheinsagent in Anspruch genommen wird.

Besonderer Schutz für ungerechtfertigte Behauptungen der Anspruchsteller
Anspruchsabwehr für Vorwürfe (vorsätzlicher Schädigung oder vorsätzliche Verletzung von Gesetz, Auftrag oder Vorschriften) die eine Deckungsablehnung des Versicherers bewirken. Sofern diese Vorwürfe vom Versicherungsnehmer glaubhaft bestritten werden kann der Versicherer eine bedingte Deckung erklären und eine Abwehrdeckung aussprechen.

Warnrecht des Versicherers
Eine massive und gemäß §§ 16 ff VersVG anzeigepflichtige Gefahrenerhöhung sind Produkte die aufgrund deren Komplexität und Risikos eine besondere Beratung erfordern. In Ergänzung zur Anzeigepflicht des Versicherungsnehmers hat der Versicherer ein spezielles Warnrecht, um so individuell erforderliche Maßnahmen zur Gefahrenminderung und/oder -abwehr optimal umzusetzen.

Rechts- und Datenschutzpaket für Finanzdienstleister und Versicherungsvermittler
Versicherungsschutz für aufsichtsbehördliche Verwaltungsverfahren und Cyber-Angriffe

Im Rahmen des Rechtspaketes sind Kosten für Verwaltungsverfahren vor österreichischen und europäischen Aufsichtsbehörden versichert, wobei als Versicherungsfall das Bekanntwerden von Ermittlungen gilt. Ein aufsichtsbehördliches Verwaltungsverfahren kann für Finanzdienstleister und Versicherungsvermittler durch die zahlreichen neuen Regularien (IDD, MiFID, PRIIPs, Solvency II, Geldwäscherichtlinie usw.) kostbare Arbeitszeit in Anspruch nehmen und sehr viel Geld kosten.

Eine weitere Innovation ist das Datenschutzpaket, das Versicherungsschutz für Schäden nach dem Datenschutzgesetz bietet und auch hier das Bekanntwerden des Hackerangriffes bzw. unbefugten Datenzugriffes als Versicherungsfall gilt. Wenn Kundendaten zum Beispiel durch einen Hackerangriff abhandengekommen sind, müssen die Betroffenen vom Unternehmen gem. Datenschutzgesetz über den Verlust informiert werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu EUR 25 pro Kunde – das sind bei 1.500 Kunden EUR 37.500, die das Unternehmen zu bezahlen hat.

Das Rechts- und Datenschutzpaket kann im Rahmen der Berufshaftpflichtversicherung ab einer Jahresprämie von EUR 283,61 eingeschlossen werden.


Die zuvor gemachten Angaben sind Auszüge aus den Bedingungen und dem Tarif und sind daher unverbindlich und vorbehaltlich und stellen auch kein konkretes Angebot dar. Für ein konkretes Angebot senden Sie uns bitte den entsprechenden Fragebogen/Antrag, auf dessen Basis werden wir Ihnen ein konkretes Angebot zukommen lassen.


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