Was ist eine D&O-Versicherung?

Die D&O-Versicherung ist eine Sonderform der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Geschäftsführer, Unternehmensleiter und andere Personen mit Leitungsfunktion in Unternehmen. Diese bietet Versicherungsschutz für den Fall, dass eine der versicherten Personen wegen einer Pflichtverletzung, welche sie bei der Ausübung ihrer Tätigkeit als versicherte Person begangen hat, aufgrund von gesetzlichen Haftpflichtbestimmungen für einen Vermögensschaden erstmalig in Anspruch genommen wird (Versicherungsfall).

Bereits der Vorwurf einer beruflichen Verfehlung kann die berufliche Existenz des Betroffenen gefährden. Dieses Risiko kann an einen Versicherer übertragen werden indem eine D&O-Versicherung (auch Managerhaftpflicht genannt) abgeschlossen wird.

Die eine D&O-Versicherung ist für Unternehmensleiter aufgrund deren vermögensbezogenen Sorgfaltspflichten von elementarer Bedeutung, denn auch schon ein behauptetes Versehen kann die Existenz des Betroffenen gefährden. Die D&O-Versicherung übernimmt im Rahmen des Vertrages die Abwehr unbegründeter und die Befriedigung begründeter Ansprüche, wobei hier summenmäßig die Haftung mit der Deckungssumme begrenzt ist – für Schäden die darüber liegen, haftet der Verursacher (wieder) mit dem Privatvermögen.

Wer braucht sie?

Personen die in Unternehmen eine leitende Funktion wie zum Beispiel Geschäftsführer, Vorstand, Aufsichtsrat, Prokuristen, verantwortliche Beauftragte gemäß § 9 Abs. Verwaltungsstrafgesetz aber auch Vereinsvorstände sowie Stiftungsvorstände.
Für diese Personen besteht keine Verpflichtung zum Abschluss einer D&O-Versicherung, dennoch sollten diese in deren eigenen Interesse eine solche abschließen, da diese sonst die Abwehr bzw. Befriedigung von Ansprüchen aus deren „eigener Tasche“ bezahlen müssen.

Die D&O-Versicherung dient zur Absicherung der persönlichen und uneingeschränkten Haftung der Organe der Gesellschaft für Vermögensschäden. Versichern beruhigt – es arbeitet sich „leichter“, wenn das finanzielle Risiko durch eine D&O-Versicherung minimiert ist.

Was sichert sie ab?

Die D&O-Versicherung umfasst als versichertes Risiko die gesetzliche Haftpflicht der versicherten Personen aus von diesen schuldhaft zugefügten Vermögensschäden Dritter. Dies umfasst die Erfüllung von Schadenersatzverpflichtungen, die Deckung von Kosten der außergerichtlichen und/oder der gerichtlichen Feststellung und Abwehr einer von einem Dritten behaupteten Schadenersatzverpflichtung.

Der Versicherer übernimmt hier die Kosten der außergerichtlichen und/oder der gerichtlichen Abwehr unberechtigter und die Befriedigung berechtigter Ansprüche, inkl. etwaiger Kosten (für Gericht, Anwalt, Sachverständiger usw.) – dies Leistung des Versicherers ist mit der Deckungssumme gemäß Versicherungsvertrag begrenzt ist.

Deckungssumme?

Wie hoch sollte sie sein? Die Frage zur Höhe der Deckungssumme in der D&O-Versicherung kann nicht abschließend beantwortet werden, da die Haftung von Verursachern von Vermögensschäden betragsmäßig nicht begrenzt ist und diese somit für den die Deckungssumme überschreitenden Teil selbst aufkommen müssen. Die Deckungssumme sollte daher so gewählt werden, dass der größtmögliche Schaden, der verursacht werden kann, versichert ist. Grundsätzlich gilt, je höher die Deckungssumme ist, desto besser – jedoch hat dies auch höhere Kosten zur Folge. Die korrekte Auswahl der Deckungssumme obliegt somit dem Versicherungsnehmer, da dieser seinen Betrieb kennt und somit das Risiko (den höchstmöglichen Schaden) am besten einschätzten kann und muss.

Versicherungszeitraum

Der Versicherungsschutz beginnt mit dem Beginn und endet mit dem Ende des Versicherungsvertrages. Als Schadenfall gilt hier der Zeitpunkt der Anspruchserhebung (claims made-Prinzip). Versichert sind somit auch (noch nicht bekannte) Schäden die auf einen Verstoß in der Vergangenheit (vor Versicherungsbeginn) zurück zu führen sind.

Die Ansprüche müssen während der Versicherungsperiode beim Versicherer gemeldet werden bzw. innerhalb der (sofern) vereinbarten Nachmeldefrist. Wird dies nicht gemacht, besteht kein Versicherungsschutz.

Prämienberechnung

Die Berechnung kann von vielen Faktoren abhängen – eine abschließende Aufzählung ist nicht immer möglich, aber zu den gängigsten zählen:

- Jahresumsatz
- Betriebsgröße
- Tochterunternehmen
- Branche
- Börsenotierung
- Schadenverlauf in der Vergangenheit
- Tätigkeit die versichert werden soll
- Höhe des Selbstbehaltes
- Höhe der Deckungssumme
- Dauer der Nachmeldeperiode

Schadenbeispiele

Vermögensschaden enstehen durch falsches Tun oder Unterlassen von Sorgfaltspflichten aus der organschaftlichen Tätigkeit - mögliche Schadenquellen sind zum Beispiel:

- Verletzung des Wettbewerbsverbotes
- Insolvenzverschleppung
- Verdacht der Untreue
- Organisationsverschulden
- Verstoß gg. Weisungen/Beschlüsse/Satzung
- Fehlerhaftes Risikomanagement
- Vermögensdelikte (Betrug, Untreue usw.)
- Korruption
- Bilanzfälschung
- Unzureichende Liquiditätskontrolle

Übersicht Haftungsgrundlagen und mögliche Anspruchsteller

Mögliche Anspruchsteller

  • Anlegeranwälte
  • Aufsichtsbehörden (Gewerbebehörde, Finanzmarktaufsicht)
  • Abgabenbehörden (Finanzamt, Gemeinde, GKK)
  • Kunden
  • Mitbewerb(er)
  • Staatsanwalt/Justiz
  • Wettbewerbsbehörde
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