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Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Höher Insurance Services GmbH und des 30-jährigen Berufsjubiläums von René Hompasz gratulierte eine hochrangige Delegation der Berufs- und Interessenvertretung ganz herzlich.

Meilensteine des Unternehmens

Zu Beginn der Feierlichkeiten gab René Hompasz, seit 2012 an der Spitze des Unternehmens, einen kurzen Überblick über die letzten drei Jahrzehnte Firmengeschichte und hob als wesentlichen Erfolgsfaktor die Mitarbeiter des Unternehmens hervor. Ein Meilenstein in der bisherigen Unternehmensgeschichte war die Auszeichnung durch den Wirtschaftsminister mit dem Staatswappen.

In den letzten Jahren vollzog das Unternehmen die Transformation zum Online-Versicherungsvertrieb. Die Versicherungsvermittlung erfolgt heute digital und in einem durchgängigen Prozess. Die Zeitersparnis bei der administrativen Abwicklung investiert das Unternehmen in Kundenberatung und in die Höher Akademie. Dieser rasch wachsende Geschäftsbereich bietet unabhängige Aus- und Weiterbildung im Bereich der Finanz- und Versicherungsbranche.

Die Höher Akademie verfügt über eine Ö-CERT-Zertifizierung und gilt dadurch als eine anerkannte, geeignete Bildungsinstitution gemäß der Lehrplan-Vorgaben des Fachverbandes Finanzdienstleister, der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten sowie des Bundesgremiums für Versicherungsagenten. Im Jahr 2024 wurden bereits mehr als 6.000 Stunden an Weiterbildung zertifiziert.

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Fotocredit: Andreas Thiesz-Photograph (13.05.2024)

Dank und Anerkennung der Interessenvertreter

Die geladenen Ehrengäste gratulierten Geschäftsführer René Hompasz zum Unternehmens- sowie auch zum persönlichen 30-jährigen Berufsjubiläum und Engagement in der Versicherungsbranche:

WKNÖ, vertreten durch Präsident KommR Wolfgang Ecker: „Die Höher Insurance Services GmbH zählt heute zu den absoluten Spezialisten für Versicherungsvermittlung, Unternehmensberatung und Schadenregulierung. Einen Betrieb über 30 Jahre zu führen, erfordert viel Einsatz – im Fall der Höher Insurance Services GmbH lohnt er sich aber doppelt, denn René Hompasz sorgt nicht nur für den Erfolg des Unternehmens, sondern auch dafür, dass Finanzdienstleister und Versicherungsvermittler aus Österreich seit Jahrzehnten einen verlässlichen Partner an ihrer Seite haben.“

Wirtschaftsbund Österreich, vertreten durch stv. Generalsekretärin, Abgeordnete zum Nationalrat Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA: „Herzlichen Glückwunsch zum 30-jährigen Firmenjubiläum! Hier zeigt sich, wie gelebtes Unternehmertum und ein außergewöhnliches Engagement von hochmotivierten Mitarbeitern zum Erfolg führen. Österreich braucht genau solche Familienunternehmen, sie sind unser Garant für Wohlstand und Sicherheit. Danke, dass wir gemeinsam diesen runden Geburtstag feiern durften!“

WKÖ Fachverband Versicherungsagenten, vertreten durch Geschäftsführer Sinan Ibili, MSc.: „Herzliche Glückwünsche zum 30. Jubiläum vonseiten der österreichischen Versicherungsagenten. In unserer Branche, die durch die IDD-Weiterbildungsverpflichtungen geprägt ist, sind umfassende Weiterbildungsmaßnahmen unerlässlich. Wir möchten unsere Wertschätzung für die Höher Akademie ausdrücken, die stets für Qualität steht, und bedanken uns für die hervorragende Zusammenarbeit.“

WKÖ Fachverband Finanzdienstleister, vertreten durch Obmann KommR Mag. Hannes Dolzer: „Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Der Fachverband Finanzdienstleister möchte Ihnen nicht nur zu diesem besonderen Meilenstein gratulieren, sondern auch seinen Dank für Ihre wertvolle Unterstützung mit der Roadshow der Höher Akademie aussprechen. Ihre (haftpflicht)versicherungstechnische Expertise ist für die Finanzdienstleistungsbranche wichtig und die Fachkompetenz Ihrer Akademie wird von uns allen sehr geschätzt und benötigt.“

WKÖ Fachverband Versicherungsmakler, vertreten durch den Burgenländischen Obmann KommR Helmut Bauer: „Auch der Fachverband der Versicherungsmakler möchte Ihnen zum Jubiläum herzlich gratulieren. Wir schätzen die Leistung der Akademie und Ihre Tätigkeit sehr, es sind Themen, die auch uns Versicherungsmakler sehr beschäftigen.“

Die Feierlichkeiten boten nicht nur Gelegenheit, auf die vergangenen Erfolge zurückzublicken, sondern auch die Zukunftspläne der Höher Insurance Services GmbH zu würdigen. Mit einem starken Fokus auf digitale Transformation und Weiterbildung bleibt das Unternehmen ein wichtiger Partner für die Versicherungsbranche in Österreich.

Vermittler und Berater gelten als Experten, sie genießen das Vertrauen ihrer Kunden und werden daher häufig um Rat gefragt. Doch wohlmeinende Tipps und Empfehlungen können unerwartete Konsequenzen haben und zu einem Haftungsfall für den Tippgeber führen.

Am Markt ist immer öfter zu sehen, dass Vermittler als Tippgeber Produkte außerhalb der bestehenden Regularien (Gewerbeordnung, Wertpapieraufsichtsgesetz usw.) empfehlen. Die vermittelten Produkte sind vielfältig und reichen von „Investments“ in Nachrangdarlehen bis hin zu „Kryptowährungen“ und Finanzinstrumenten (wie z. B. Anleihen).

Wie kommt es dazu? Oftmals wird den Beratern/Vermittlern vom Produktgeber ein Link „zum Weiterleiten“ zur Verfügung gestellt, dieser ist auf den vermeintlichen Tippgeber personalisiert, sodass dieser ein Tippgeberhonorar bekommt, wenn ein Investor über diesen Link in das dahinterliegende Produkt investiert. Es kommt auch vor, dass Tippgeber Informationen zum Produkt übermitteln oder auch Fragen dazu beauskunften.

Was ist der Umfang der Tippgebertätigkeit?

Dem Informationsschreiben des Fachverbandes Finanzdienstleister (WKO) ist dazu zu entnehmen:

„[…] Die Haupttätigkeit ist entweder, Termine zu vereinbaren oder dem Unternehmen Kontaktdaten mit der Erlaubnis zur Kontaktaufnahme zu übermitteln. Dazu ist es möglich, über den Anbieter zu diskutieren oder dessen Vorteile positiv darzustellen.

Der Geschäftsvermittler ist lediglich zur Feststellung des Interesses am Vertragsabschluss und zur Bekanntgabe von Namen und Kontaktdaten des Interessenten an den Vertragspartner z. B. Gewerblichen Vermögensberater, Wertpapierunternehmen, Kreditinstitut (ausschließlich Sammlung von Kontaktdaten, keine weiteren Informationen) befugt.

Diese Tätigkeiten umfassen keine Wertpapierdienstleistungen (Beratung und Annahme und Weiterleitung von Finanzinstrumenten) oder sonstige an ein reglementiertes Gewerbe gebundene Tätigkeiten (Beratung und/oder Vermittlung von Versicherungen, Veranlagungen, Finanzierungen). Nicht erlaubt ist die konkrete Vorbereitungshandlung eines Eignungstestes oder Angemessenheitstestes nach dem WAG 2018 durch Sammlung der hierfür notwendigen Informationen über die finanziellen Verhältnisse.

Folgende Finanzdienstleistungstätigkeiten sind daher insbesondere nicht erlaubt (demonstrative Liste):

  • Jegliche Tätigkeiten, die reglementierten oder konzessionierten Unternehmen vorbehalten sind (siehe weiter unten).
  • Vorbereitungstätigkeiten zur Kreditvermittlung (siehe weiter unten).
  • Die Annahme von Aufträgen über Produkte und Dienstleistungen.
  • Die Empfehlung von Produkten und Dienstleistungen.
  • Die fachliche Diskussion über Produkte und Dienstleistungen.
  • Die Überprüfung der bestehenden Produkte und Dienstleistungen der Kunden.
  • Der Vergleich verschiedener Produkte/Konditionen. […]“

Was passiert, wenn ein Tippgeber nicht mehr als Tippgeber gilt, sondern als Berater/Vermittler?

Abgesehen davon, dass die Einhaltung der für Berater/Vermittler geltenden Berufsvorschriften (GewO 1994, WAG 2018 usw.) vermutlich nicht eingehalten wurden, da „nur ein Tipp gegeben wurde“ und kein Beratungsprozess durchgeführt wurde, führt die Nichteinhaltung dazu, dass der Tippgeber vermutlich außerhalb der rechtlichen Schranken tätig wurde (der Volksmund kennt dies unter dem Begriff „Pfuscher“) und daher kein Versicherungsschutz aus der Berufshaftpflichtversicherung vorliegt.

Ist dies der Fall, muss der Tippgeber etwaige Schadenersatzforderungen aus der eigenen Tasche bezahlen, da dieser als Tippgeber aufgetreten ist, und nicht als Berater/Vermittler unter Einhaltung aller standesrechtlichen Vorgaben. All dies, nur um ein Honorar zu bekommen, ohne den üblichen Beratungsprozess (Beratung, Dokumentation usw.) einzuhalten?

Die Produktgeber gewinnen (immer), da diese deren Produkt verkaufen, und wenn sich herausstellt, dass der Tippgeber keiner ist, sondern ein Berater/Vermittler, dann haftet dieser für Fehlberatungen. Und all dies für „ein paar Euro Provision“? Die aktuelle Lage ist nicht einfach, umso verständlicher, dass neue Einkommensmöglichkeiten willkommen sind, jedoch bitte nicht zum Vorteil von Produktgebern, der den erfolgreichen Verkauf seines Produktes verbucht, während die Berater/Vermittler zur Kasse gebeten werden. So passiert zum Beispiel bei AMIS, Meinl European Land, Gold Professionell, PIM-Gold usw. Was wurde da alles von den Produktgebern erzählt? Bezahlt haben am Ende die Berater/Vermittler, da diese dann vor Gericht standen und eine (Mit)Haftung zu verantworten hatten.

Ein Rechenbeispiel

Rechnen Sie gerne nach und stellen Sie sich die Frage, ob es sich wirklich lohnt, jedes Geschäft um jeden Preis zu machen. Wie hoch ist die Provision und was kostet ein Prozess, den die Tippgeber im Anlassfall aus der eigenen Tasche bezahlen dürfen? Wir wollen dies anhand eines Investmentbeispiels in der Höhe von 6.000 Euro veranschaulichen – wird der Prozess verloren, so kommen zur Schadenersatzforderung die gesetzlichen Zinsen von 4 % pro Jahr hinzu sowie die Verfahrenskosten der ersten (und eventuell zweiten) Instanz von ca. 8.000 bis 12.000, in Summe sind dies ca. 19.000 Euro – und all das für „ein paar Euro Tippgeberprovision“?

Was wird der Investor machen, wenn das Investment schiefgegangen und der Produktgeber nicht mehr greifbar ist?

Richtig, er wird den Tippgeber klagen, denn dieser hat ihn auf das Investment aufmerksam gemacht und nicht ordnungsgemäß beraten, so wie er dies von einem Vermögensberater/Versicherungsvermittler in anderen Fällen gewohnt war. Ohne den Berater/Vermittler hätte der Investor von dem Produkt nie erfahren. Dies kann dazu führen, dass „Tippgeber“ ihre Existenz verlieren und das alles wegen „ein paar Euro Tippgeberhonorar“?

7 Tipps für mögliche Tippgeber:

  • Fragen Sie beim Produktgeber, der Ihnen die Tippgebertätigkeit anbietet, nach, warum Sie hier als Tippgeber tätig werden sollen und ob im Haftungsfall dieser die Haftung für den Tippgeber übernimmt?
  • Fragen Sie auch nach, warum dieser nicht selbst Kunden akquiriert bzw. wenn er dies online tut, warum er dann noch Tippgeber für den Vertrieb einsetzt?
  • Beachten Sie auch, dass wenn der Produktgeber insolvent wird, Sie immer noch ein Restrisiko haben und zur Haftung herangezogen werden können.
  • Wenn Ihnen ein Produktgeber etwas mündlich zusagt, dann verlangen Sie dies auch schriftlich.
  • Macht der Produktgeber dies nicht, dann fragen Sie (sich), warum diese mündlichen Auskünfte nicht auch schriftlich erteilt?
  • Sollten Ihnen Zweifel aufkommen und diese nicht geklärt werden können, dann lassen Sie die Finger von diesem Produkt.
  • Wenn Sie nicht wissen, ob Sie ein Produkt beraten/vermitteln oder als „Tippgeber empfehlen“ dürfen, fragen Sie bei Ihrer gesetzlichen Interessenvertretung nach.

Zum Abschluss empfehlen wir Ihnen folgende Informationen:

Wiener Neustadt, 22.05.2024

Bild: Drazen Zigic / Freepik, 22.05.2024

Die Chance im Ärgernis finden

In einer Welt, in der die Kundenzufriedenheit einen zentralen Stellenwert einnimmt, ist das Beschwerdemanagement nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance für Unternehmen, ihre Dienstleistungen zu verbessern und das Vertrauen ihrer Kunden zu stärken. Eine effektive Handhabung und ein strukturiertes Beschwerdemanagement können sich positiv auf die Kundenbeziehung und die Reputation des Unternehmens auswirken.

Was ist Beschwerdemanagement?

Im Kern befasst sich das Beschwerdemanagement mit dem systematischen Umgang mit Kundenbeschwerden. Eine Beschwerde wird definiert als der Ausdruck von Unzufriedenheit bezüglich eines Produktes oder einer Dienstleistung, bei dem eine Klärung oder Antwort erwartet wird. Ein effektives Beschwerdemanagement umfasst Methoden und Verfahren, um auf diese Unzufriedenheit zu reagieren, sie zu analysieren und Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Besonders im Bereich der Versicherungen sind Unternehmen unter anderem durch die Richtlinie (EU) 2016/97 (IDD) verpflichtet, ein Beschwerdemanagement einzurichten. Diese gesetzlichen Vorgaben zielen darauf ab, Kunden und anderen Betroffenen effektive Verfahren zur Einreichung und Bearbeitung von Beschwerden über Versicherungsvermittler und -unternehmen zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird durch solche Regelungen die außergerichtliche Beilegung von Streitigkeiten gefördert, was nicht zuletzt dazu dient, kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Die neun Stufen der Konflikteskalation

Die neun Stufen der Konflikteskalation nach Friedrich Glasl geben einen Rahmen vor, wie Konflikte eskalieren. Sie zeigen die Bedeutung der frühen Intervention im Beschwerdemanagement, um eine weitergehende Eskalation zu vermeiden. Zu Beginn ist eine Win-win-Situation vorhanden, hier kann mit einem effektiven Beschwerdemanagement eine weitere Eskalation verhindert werden. Während dies in der Win-lose-Situation nur mehr mit dem Gesichtsverlust einer der beiden Parteien möglich ist. Und bei einer Lose-lose-Situation die Eskalation die Spitze erreicht hat (Stufe 9 „Gemeinsam in den Abgrund“).

Konfliktlösungsmöglichkeiten

Es gibt unterschiedliche Wege der Konfliktlösung, wie z. B.  Gerichtsverfahren, Schiedsgerichte, Schlichtung und Mediation. Um eine für beide Parteien zufriedenstellende Lösung zu finden, ist der Weg vor Gericht als ultima ratio, möglichst zu vermeiden.

Beschwerdemanagement als Chance

Es mag paradox klingen, aber eine Beschwerde ist ein gutes Signal und ein Beschwerdemanagement eine Chance. Durch die systematische Bearbeitung von Beschwerden können Unternehmen die Kundenzufriedenheit und das Kundenvertrauen steigern, interne Abläufe verbessern und neue Produkt- oder Dienstleistungsmöglichkeiten erkennen. Zudem hilft ein effektives Beschwerdemanagement, kostspielige Gerichtsverfahren und die damit verbundenen Risiken zu vermeiden.

Fazit

Ein strukturiertes Beschwerdemanagement ist essenziell für die Qualitätssicherung und Kundenzufriedenheit. Unternehmen, die diesen Bereich vernachlässigen, setzen sich nicht nur dem Risiko rechtlicher Konsequenzen aus, sondern verpassen auch die Gelegenheit, aus dem Feedback ihrer Kunden zu lernen und ihre Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern. Die richtige Handhabung von Beschwerden kann somit als wertvolles Instrument zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit betrachtet werden.

Unser Tipp

Wie sollen Versicherungsvermittler eine interne Beschwerdestelle einrichten und dies möglichst kostengünstig und ohne zusätzlichen Personalaufwand? Die Höher Insurance Services GmbH bietet ein solches Dienstleistungsangebot an – Informationen dazu finden Sie hier.

Wiener Neustadt, 11.04.2024

Bild: athree23 / Pixabay, 11.04.2024

Wenn das „gesetzeskonforme“ Löschen von personenbezogenen Daten zum Verhängnis wird

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wurde im Jahr 2016 kundgemacht und wirft nach wie vor Fragen in der praktischen Umsetzung auf. Der Hintergrund der Verordnung ist der einheitliche Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. Für ein besseres Verständnis widmen wir uns in diesem Beitrag zunächst den Begrifflichkeiten:

Was sind personenbezogene Daten?

Gemäß Artikel 4 Z 1 VO (EU) 2016/679 (DS-GVO) sind „personenbezogene Daten“ alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person (im Folgenden „betroffene Person“) beziehen; als identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person sind, identifiziert werden kann.

Sollten Sie mit einem Löschungsansuchen konfrontiert sein, holen Sie sich die juristische Meinung eines Rechtsanwaltes ein, da jeder Einzelfall gesondert zu betrachten ist bzw die Frage geklärt werden muss, ob überhaupt personenbezogenen Daten vorliegen.

Missverständliche Interpretation der Verordnung

Viele Merkblätter im Internet zur DS-GVO haben zu vielen Anfragen und zu klaren Missverständnissen geführt. Als Beispiel hier „Rat“ aus dem Internet:

„Demnach sind personenbezogenen Daten zu löschen, sobald die für die Erhebung geltend gemachten Zwecke erfüllt bzw. aufgehoben sind, die Daten also nicht mehr benötigt werden. Die zweckentfremdete Nutzung ist grundsätzlich unzulässig.“

So weit, so gut. Aber gilt das tatsächlich immer und für alle Berufsgruppen? Kurze Antwort: „Ja, aber …“. Wenn Finanzdienstleister oder Versicherungsvermittler den Nachweis Ihrer Risikoaufklärung mit den Kundenakten samt dem Beratungsprotokoll „brav“ löschen, kann das schwerwiegende Folgen haben.

Welches Riesenproblem kann bei Datenlöschung entstehen?

Angenommen ein Versicherungsvermittler löscht nach der Kündigung eines Kunden sämtliche Daten über die Zusammenarbeit. Wenn derselbe Kunde nach Jahren klagt, wozu er 30 Jahre und 3 Jahre ab Kenntnis vom Schaden und dem Schädiger reichlich Zeit hat, ist nicht nur die Beweislage ein Problem, sondern auch der Haftpflichtversicherer, der nach den marktüblichen Bedingungen wegen Obliegenheitsverletzungen zu Recht Leistungsfreiheit erklären kann, womit der Berater nach Jahren seriöser Berufsausübung in seine Existenz bedrohliche Situationen gerät und mit dem Rücken zur Wand prozessieren muss.

Darf man denn das?

Nach Artikel 17 Abs 3 VO (EU) 2016/679 (DS-GVO) beseht ein Recht auf Datenlöschung des Kunden nicht, wenn die Verarbeitung zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung des Verantwortlichen erforderlich ist, was angesichts der Obliegenheiten laut Haftpflichtversicherungsvertrag evident der Fall ist.

Das Löschen der Kundendaten oder die Entsorgung der Datenträger sollte daher dringend überdacht und unterlassen werden.

Im besten Fall geraten Sie nie in eine vergleichbare Situation!

Autor:
MMag. Dr. Johannes Neumayer
RA e.m.

Wiener Neustadt, am 09.04.2024

Bildnachweis: Kirill-makes-Pixs/ Pixabay, 09.04.2024

Die österreichweite Höher Roadshow 2024 bot einen praxisnahen Einblick in die digitale Transformation und die Bedeutung der Haftungsprävention für die Versicherungs- und Finanzbranche. An insgesamt acht Terminen gab es für die Teilnehmer kompakte Wissensvermittlung, praktische Tipps für präventive Maßnahmen zur Haftungsvermeidung durch digitale Lösungen und Best Practice-Ansätze für effizientes Arbeiten.

Movie-Time in Linz

Wer noch nie auf einem Roadshow-Event war, bekommt hier einen guten Eindruck:

Schnappschüsse der Roadshow 2024

In Linz und Wien hieß es für die Teilnehmer und Referenten „bitte lächeln“. Eine Auswahl der gesammelten Schnappschüsse gibt es hier zu sehen:

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Best Practice für die Finanz- und Versicherungsbranche

Die drei österreichischen Unternehmen Höher Insurance Services GmbH, INFINA Credit Broker GmbH und Vers-Admin M. GmbH berichteten aus der eigenen Geschäftspraxis und zeigten, dass Digitalisierung den Vermittlungsprozess optimiert und gleichzeitig die Einhaltung gesetzlicher Pflichten sicherstellt.

Die Höher Insurance Services GmbH, mit 30 Jahren Erfahrung im Bereich Financial Lines, hat den gesamten Versicherungsvermittlungsprozess – von Anfrage über Angebot bis hin zum Abschluss – zu 100 % digitalisiert. Dies ermöglicht nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Aufklärungs- und Informationspflichten, sondern auch maßgeschneiderte Produktlösungen für jeden Kunden.

„Wir haben die Bearbeitungszeit um mehr als zwei Drittel verkürzt und können uns verstärkt auf individuelle Kundenanfragen konzentrieren. Besonders wichtig ist es für uns, unseren Kunden telefonisch zur Verfügung zu stehen und ausreichend Zeit für ihre Anliegen zu haben“, erklärt René Hompasz, Geschäftsführer der Höher Insurance Services GmbH.

Die INFINA Credit Broker GmbH, Spezialist für Immobilienfinanzierungen, revolutioniert den Markt mit dem digitalen Assistenten Kiri auf Profin. Mit einem vermittelten Kreditvolumen von über einer Milliarde Euro im Jahr 2023 festigt INFINA seine Marktführerschaft. Die Kreditplattform, die mehr als 4.000 Beteiligte wie Kreditberater, Netzwerkpartner und Banken vereint, setzt auf modernste End-to-End-Prozesse und KI zur Steigerung von Effizienz und Sicherheit.

„Mit unserer Kreditplattform Profin ist INFINA führend in der Einführung und Anwendung von KI im Finanzdienstleistungssektor. Unser Ziel ist es, das Potenzial der KI voll auszuschöpfen, um nicht nur unsere Produktivität zu steigern, sondern auch unsere Dienstleistungen kontinuierlich zu erweitern und zu verbessern“, sagt Christoph Kirchmair, Gründer und CEO von INFINA. Durch Standardisierung und Digitalisierung schafft INFINA einen effizienten, rechtssicheren Beratungsprozess und minimiert Risiken, was wesentlich zur Haftungsprävention und Produktivitätssteigerung beiträgt.

 

Die Vers-Admin M. GmbH, eine Tochtergesellschaft der FinanzAdmin Wertpapierdienstleistungen GmbH, ist ein führender Servicedienstleister für Versicherungsmakler und sowie Versicherungsagenten im Bereich des volldigitalen Backoffice. Die Software smartMSC ermöglicht eine papierlose, standortunabhängige und kundenindividuelle Abbildung sämtlicher Prozesse von der Erstberatung bis zur Vertragsunterzeichnung per E-Signatur.

„Mit der Schnittstellentechnologie von smartMSC können nicht nur sämtliche Versicherungsengagements der Kunden auf einen Blick dargestellt, sondern auch die gesamte Vermögens- und Schuldenbilanz mit Investmentfonds, Sparguthaben und Finanzierungen verwaltet werden“, betont Geschäftsführer Reinhard Magg. Die digitale Architektur umfasst auch einen Dokumentenordner mit Archivfunktion, der eine sichere Aufbewahrung sämtlicher Daten auf firmeneigenen Servern ermöglicht.

Zusammenfassend: Die zahlreichen Teilnehmer bei allen acht Terminen bestätigte die Aktualität der Themen und das große Interesse an praxisnaher Wissensvermittlung der Branchenexperten. Insgesamt wurden rund 5.000 Stunden Weiterbildung zertifiziert. Eine Wiederholung der Eventreihe im Jahr 2025 ist sicher.

Wiener Neustadt, am 12.03.2024

Bildnachweis: upart

Zunehmende Digitalisierung im privaten und öffentlichen Sektor, steigende Anzahl an Cyberangriffen und höhere Abhängigkeit von digitalen Lösungen seit der COVID-19 Pandemie. Das und noch mehr ließ den Ruf nach einer verstärkten Cyber- und Informationssicherheit innerhalb der Europäischen Union lauter werden. Der Europäische Gesetzgeber folgte diesem Ruf und erlies die am 16.12.2023 in Kraft getretene NIS-II-Richtlinie („NIS II“), welche die bisherige Richtlinie zu Netz- und Informationssicherheit (NIS-I-Richtlinie) ablöste.

Was ist neu?

NIS II bringt im Vergleich zur Vorgängerrichtlinie eine Vielzahl an Neuerungen, wozu insbesondere die erhebliche Ausweitung des Anwendungsbereichs zählt. Neben den bereits bisher erfassten Sektoren (Energie, Verkehr, Bankwesen, Gesundheitswesen, usw) sind zukünftig auch Unternehmen anderer kritischer Sektoren (Post- und Kurierdienste, Lebensmittel, Chemie, Öffentliche Verwaltung, …) vom Anwendungsbereich der Richtlinien erfasst.

Wer ist betroffen?

Darüber hinaus wurde der Anwendungsbereich auch auf Unternehmen mittlerer Größe (über 50 Mitarbeiter und Jahresumsatz über EUR 10 Mio) erweitert. Daneben trifft die NIS II eine Unterscheidung zwischen wesentlichen und wichtigen Einrichtungen und legt für beide Kategorien zum Teil voneinander abweichende Regelungen fest. Die Verpflichtung zum Umsetzen der geforderten Sicherheitsmaßnahmen besteht zwar unabhängig davon, ob das Unternehmen als wesentliche oder als wichtige Einrichtung zu qualifizieren ist. Eine zentrale Unterscheidung beider Kategorien besteht jedoch im Rahmen der Aufsicht und der Sanktionen, die im Falle von Gesetzesverstößen verhängt werden können.

Was ist zu tun?

Die vom Anwendungsbereich erfassten Unternehmen sind zukünftig verpflichtet, umfassende Risikomanagementmaßnahmen in Bezug auf Cybersicherheit sowie entsprechende Berichtspflichten zu etablieren. Die Verantwortung dafür liegt bei der Unternehmensleitung, die über ausreichend Kenntnisse und Fähigkeiten zur Erkennung und Bewertung von Risiken in diesem Bereich verfügen muss und für Pflichtverletzungen entsprechend haftbar gemacht werden kann. Im Rahmen der Berichtspflichten müssen erhebliche Sicherheitsvorfälle (schwerwiegende Betriebsstörungen oder finanzielle Verluste) schnell gemeldet werden, um eine potenzielle Ausbreitung zu verhindern. Betroffene Unternehmen müssen solche Fälle im Rahmen einer Frühwarnung spätestens binnen 24h an die zuständige Stelle melden, wobei innerhalb von 72h eine aktualisierte Meldung zu erstatten ist. Die Unternehmen müssen daher auch entsprechende Systeme und Verfahren implementieren, um diesen Anforderungen entsprechen zu können.

Die Richtlinie ist nun von den Mitgliedstaaten bis zum 17.10.2024 in nationales Recht umzusetzen – noch fehlt aber der nationale Rechtsakt. Es bleibt daher spannend, ob die Vorgaben tatsächlich per 17.10.2024 schlagend werden.   

Sie wollen mehr über NIS-II und weitere Regelwerke erfahren? Die Höher Akademie informiert laufend. Mehr erfahren.

Wiener Neustadt, am 07.03.2024

Bildnachweis: fabrikasimf / Freepik, 07.03.2024

In einem Verfahren vor dem LG Klagenfurt (50 Cg 89/20s) musste sich das Gericht mit der Frage beschäftigen, ob bei der Versicherungsvermittlung für den Vermittler eine besondere Nachforschungspflicht in Bezug auf den Listenpreis, und insbesondere der nachträglich eingebauten Sonderausstattung besteht.

Das Vorbringen des Klägers

Der Kläger, ein Elektroinstallateur, fordert mit der Klage vom 09.11.2020 von der Beklagten, einer Versicherungsmaklergesellschaft, die Zahlung von 22.602 Euro zuzüglich 4 % Zinsen. Er argumentiert, dass die Beklagte ihre Sorgfaltspflichten verletzt habe, indem sie es versäumt habe, den korrekten Listenpreis für die Kaskoversicherung des Firmenwagens zu ermitteln. Dieser Preis sollte auch nachträglich eingebaute Sonderausstattungen berücksichtigen. Der Kläger behauptet, dass dies leicht durch Einsicht in ein von Versicherern verwendetes EDV-System möglich gewesen wäre, indem die Fahrgestellnummer eingegeben wird, um den richtigen Listenpreis zu ermitteln. Es wird weiterhin argumentiert, dass dies auch bei anderen von der Versicherungsmaklergesellschaft versicherten Verträgen unterlassen wurde, was auf einen organisatorischen Fehler hinweist. Der korrekte Listenpreis inklusive Sonderausstattung hätte beim Kläger, seiner Ehepartnerin oder dem KFZ-Händler erfragt werden können.

Die Verteidigung der Beklagten

Die Beklagte kontert, dass kein Verstoß gegen ihre Sorgfaltspflicht vorliegt und die nun geltend gemachten Kosten für Sonderausstattungen nicht bekannt gegeben wurden. Sie leitet aus der Lehre und der Judikatur keine spezielle Untersuchungspflicht für den Makler ab, wenn keine Veranlassung besteht, an der Richtigkeit der Informationen des Versicherungsnehmers (in diesem Fall des Klägers) zu zweifeln. Der Makler kann sich auf die Angaben seines Kunden verlassen, und das Versicherungsangebot wurde auf der vom Kläger übergebenen Auftragsbestätigung basierend vermittelt. Ein Organisationsverschulden liegt beim Kläger, da er es versäumt hat, seinen Dienstleistern die für die Erbringung ihrer Dienstleistungen erforderlichen Informationen bereitzustellen. Es besteht keine Pflicht des Versicherungsmaklers, detektivische Nachforschungen anzustellen.

Die Entscheidung des Gerichtes

Mit Urteil vom 03.05.2021 (50 Cg 89/20s) hat das LG Klagenfurt die Klage abgewiesen, unter anderem mit der Begründung, dass der Kläger der Beklagten weder den Listenpreis noch die vorhandene Sonderausstattung mitgeteilt hat. Es ist dabei unerheblich, ob ein EDV-System vorhanden ist, sondern nur, ob die Beklagte über ein solches verfügt (was nicht der Fall war). Es besteht keine besondere Untersuchungspflicht für den Versicherungsmakler, da der Versicherungsnehmer in der Regel umfassendere Kenntnisse über die zu versichernden Gegenstände hat. Obwohl die Vorgehensweise der Beklagten im konkreten Fall nicht optimal war, reicht dies gemäß der dargelegten Judikatur nicht aus, um eine Haftung für die dem Kläger durch die Unterversicherung entstandenen Schäden zu begründen. Der Kläger wurde zur Zahlung der Kosten in Höhe von 7.511,94 Euro für die Verteidigung der Beklagten verpflichtet.

Was bedeutet dies für die Praxis?

Der vorliegende Fall verdeutlicht, dass präzises und gewissenhaftes Arbeiten unerlässlich ist. Bei etwaigen Zweifeln an den erhaltenen Informationen ist es erforderlich, diese zu klären. Fehlt diese Klärung und bestehen Unsicherheiten, entsteht keine spezielle Pflicht zur weiteren Untersuchung. Ebenso ist die Erstellung einer umfassenden Beratungsdokumentation von entscheidender Bedeutung. Ebenso wichtig ist die Aufbewahrung dieser Dokumentation, um im Bedarfsfall mögliche Ansprüche bestmöglich abwehren zu können.

Wiener Neustadt, am 06.02.2024

Bildnachweis: © jcomp/ Freepik, 06.02.2024

Die Veranstaltung „Beraterhaftung und Schadenfälle von Versicherungsvermittlern“ bietet eine einzigartige Möglichkeit für alle, die im Bereich der Versicherungsvermittlung aktiv sind, ihr Fachwissen zu vertiefen und praxisrelevante Einblicke in die Welt der Beraterhaftung und Schadenfälle zu gewinnen. Hier sind fünf plausible Gründe, warum Sie an diesem Seminar teilnehmen sollten:

1. Verständliche Erklärung komplexer Themen

Die Schadenfälle aus der Beraterhaftung sind häufig komplex und erhalten selten mediale Aufmerksamkeit. Das Seminar zeichnet sich durch eine verständliche Aufbereitung dieser komplexen Thematik aus, basierend auf fast 30 Jahren Schadenerfahrung und tausenden Schadenfällen. Teilnehmer erhalten nicht nur einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen, sondern auch praxisnahe Einblicke in reale Fälle.

2. Umfassende Vermittlung rechtlicher Grundlagen

Der erste Seminarteil widmet sich den rechtlichen Vorgaben für die Versicherungsvermittlung, schafft somit ein solides Fundament für das Verständnis von Schadenfällen. Von Ausübungsvorschriften bis hin zu Vermittlertypen werden alle relevanten rechtlichen Aspekte behandelt, um die Teilnehmer optimal vorzubereiten.

3. Praxisnahe Behandlung von Schadenfällen

Im zweiten Teil werden konkrete Schadenfälle aus der Beraterhaftung behandelt, sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Dies ermöglicht den Teilnehmern, von realen Fällen zu lernen und vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Haftungsfällen zu verstehen.

4. Reduzierung der eigenen Haftung im Fokus

Das Seminar schließt mit einem essenziellen Thema – der Reduzierung der eigenen Haftung. Neben der Erläuterung verschiedener Aspekte der Berufshaftpflichtversicherung werden auch präventive Maßnahmen zur Haftungsreduzierung vorgestellt. Dieser praxisnahe Ansatz ist entscheidend für alle, die in der Versicherungsvermittlung tätig sind.

5. Zertifizierte Fortbildung (IDD, MiFID II, WKO)

Die Veranstaltung bietet nicht nur relevantes Wissen, sondern auch die eine Zertifizierung gemäß MiFID II, IDD und den Lehrplänen für Gewerbliche Vermögensberater sowie Versicherungsagenten und -makler der Wirtschaftskammer Österreich im Ausmaß von sechs Stunden.

Fazit

Das Seminar „Beraterhaftung und Schadenfälle von Versicherungsvermittlern“ ist eine gute Gelegenheit, die Herausforderungen und Chancen im Bereich der Beraterhaftung zu verstehen. Durch praxisnahe Beispiele, umfassende rechtliche Grundlagen und eine qualifizierte Leitung wird dieses Seminar zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Weiterbildung für alle, die in der Versicherungsvermittlung tätig sind. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihr Wissen zu vertiefen und Ihre berufliche Kompetenz zu stärken. Hier geht’s zu den aktuellen Seminar-Terminen!

Wiener Neustadt, am 09.01.2024

Bildnachweis: © master1305 / Freepik

Die Entscheidung zwischen fixen und variablen Zinsen bei Krediten ist komplex und erfordert eine fundierte Beratung. Hierbei spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle – nicht nur bei der Entscheidungsfindung, sondern auch bei der Dokumentation und Haftungsvermeidung. Digitale Protokolle sind unverzichtbare Werkzeuge zur Einhaltung der Auskunftspflichten und zur langfristigen Dokumentation der Beratung gemäß dem Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG).

Die Bedeutung der richtigen Zinswahl

Die Wahl zwischen fixen und variablen Zinsen lässt sich nicht pauschal beantworten. Fixzinsen bieten Planungssicherheit und Schutz vor Zinssteigerungen, während variable Zinsen in Phasen niedriger Zinsen Vorteile bieten, jedoch das Risiko steigender Raten bergen. Diese Entscheidung sollte individuell getroffen werden, basierend auf persönlicher Finanzlage, Risikobereitschaft und Marktprognosen.

Digitalisierung als Entscheidungshilfe

Moderne Softwarelösungen, wie die von Infina entwickelte Kreditplattform Profin, bieten umfangreiche Tools zur Analyse aller Zinsmodelle im Kontext der aktuellen Marktsituation und persönlichen Finanzen. Sie ermöglichen die Simulation verschiedener Szenarien und bieten eine transparente Übersicht über mögliche Kosten und Risiken.

Haftungsvermeidung durch Dokumentation

Eine genaue Dokumentation der Beratung ist im Sinne des HIKrG unerlässlich. Die Profin Plattform erleichtert die Erfassung und Speicherung aller relevanten Daten und Gesprächsinhalte, gewährleistet die Einhaltung der Auskunftspflichten und schützt Kreditvermittler sowie Kunden vor späteren Missverständnissen oder rechtlichen Problemen.

Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern

In der heutigen Kreditlandschaft ist die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern wie Versicherungsberatern von großer Bedeutung. Tippgeber und Berater können digitale Lösungen nutzen, um nahtlos Informationen auszutauschen und maßgeschneiderte, ganzheitliche Finanzlösungen für ihre Kunden zu entwickeln.

Langfristiger Nutzen

Die Vorteile der Digitalisierung gehen über den Abschluss des Kredits hinaus. Digitale Systeme sorgen für eine sichere Speicherung aller Dokumente und Beratungsnachweise, die auch Jahre später noch leicht zugänglich sind. Dies bietet dauerhafte Transparenz und Sicherheit für alle Beteiligten.

Fazit

Die Wahl zwischen fixen und variablen Zinsen wird durch aktuelle Zinsentwicklungen und individuelle Umstände beeinflusst. Digitale Tools sind entscheidend für fundierte Entscheidungen und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen.

Praxisnahe Einblicke auf der Roadshow

Auf unserer bevorstehenden Roadshow legen wir besonderen Wert darauf, Ihnen praxisnahe Beispiele zu präsentieren. Diese werden die Theorie mit der Realität verbinden und Ihnen konkret aufzeigen, wie digitale Tools in unterschiedlichen Szenarien der Kreditvermittlung eingesetzt werden können. Von der effektiven Nutzung der Profin Plattform in der Beratungspraxis bis hin zur Demonstration, wie digitale Dokumentationen in komplexen Haftungsfällen unterstützen können, bieten wir Ihnen einen Einblick in die praktische Anwendung unserer Lösungen. Unser Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sie mit moderner Technologie optimale Entscheidungen für sich und Ihre Kunden treffen können.

Innsbruck, am 14.11.2023

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Was ist ein Abschlussagent?

Sie haben sich schon einmal gefragt, was die Vorteile eines sogenannten Assekuradeurs sind und was eigentlich dessen Tätigkeitsfeld ist? Wir haben für Sie alles Wesentliche über den sogenannten „Abschlussagenten“ und welche Vorteile eine Zusammenarbeit insbesondere für Versicherungsmakler bietet.

Managing general agent, Assekuradeur, Abschlussagent – es gibt viele Begriffe für Versicherungsagenten, die eine Zeichnungsberechtigung eines Versicherers besitzen. Die Tätigkeit dahinter, die am ersten Moment eventuell etwas unklar oder zumindest ungeläufig erscheint, ist im Prinzip ganz einfach zu erklären:

Anders als ein Versicherungsagent, der „nur“ zur Vermittlung vom Versicherer bereitgestellter Produkte berechtigt ist, darf der Assekuradeur gewisse Risiken selbst zeichnen. Das bedeutet, dass er in die Rolle des Versicherers schlüpft und (im Rahmen seines Zeichnungslimits) gewisse Produkte selbst konzipieren und vertreiben darf.

Klasse statt Masse?

Sie fragen sich jetzt vielleicht, wofür man ein solches Modell überhaupt benötigt, denn schließlich besitzen die meisten Versicherer ohnehin eine eigene Underwriting– und Schadenabteilung sowie ein entsprechendes Makler- und Vertriebsservice? Die Antwort auf diese Frage liefert ein simples Wort: Nischenprodukte.

Sie werden am Markt kaum Abschlussagenten finden, die „herkömmliche“ Massensparten als deren Hauptgeschäftszweig nennen, denn das Geschäftsmodell liegt darin, als Spezialist in gewissen Nischen tätig zu sein. Einige Beispiele hierfür wären Sparten wie die Seefahrt, aber auch komplexe technische Versicherungen oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen gehören dazu.

Vier Vorteile eines Abschlussagenten

Im Endeffekt bietet das Assekuradeur-Modell sowohl für Versicherer als auch für Vertriebspartner wie Versicherungsmakler einige wesentliche Vorteile:

Während Versicherer meist nach dem Ziel streben, ihre Versicherungsprodukte an eine breit gefächerte Kundengruppe zu streuen und somit das Massengeschäft in den Vordergrund stellen, agieren Assekuradeure nach dem Prinzip, ihre Produkte möglichst gezielt an die Kundschaft anzupassen.

Was dem Abschlussagenten hier besonders zugutekommt ist einerseits dessen Erfahrung und Spartenspezialisierung, aber auch die Tatsache, dass er Risiken (in gewissem Rahmen) selbst einschätzen, bewerten und zeichnen kann.

Für Kunden und Vertriebspartner ergibt sich dadurch mehr Spielraum bei der Konzeption von Versicherungsprodukten, verglichen zu den vorgefertigten und meist nur gering abänderbaren „Packages“ von Versicherungsunternehmen.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Geschwindigkeit, mit der Anfragen im Normalfall abgearbeitet werden können. Dies ist auch ein Mitgrund, warum sich Versicherer in komplexen Nischensparten dazu entscheiden, ihr eigenes Underwriting sozusagen „auszulagern“, indem sie einen Assekuradeur eine Zeichnungsvollmacht überlassen.

Denn während nicht alltäglicher Anfragen in großen Versicherungshäusern oft einige Abteilungen durchlaufen müssen und an diese viele verschiedene Mitarbeiter angebunden sind, gehören solche Anfragen bei Abschlussagenten zum Tagesgeschäft. Für Kunden und Vertriebspartner ist meist klar, wer der zugehörige Ansprechpartner ist, außerdem erfolgt die Abwicklung im Bestfall schnell und flexibel.

Versicherungsunternehmen besitzen oft die Problematik, die sich stetig ändernden Kundenbedürfnisse zu erkennen und ihre Produkte entsprechend anzupassen, da sie nicht direkt mit den (potentiellen) Kunden in Kontakt geraten. Umgekehrt besteht für Versicherungsvermittler die Herausforderung, die Bedürfnisse ihrer Kunden beim Versicherer durchzusetzen und diesen zu einer maßgeschneiderten Angebotslegung zu bringen.

Der Abschlussagent besitzt hierbei den „best of both worlds“ Vorteil – auf der einen Seite den direkten Kontakt zu Kunden und Vertriebspartnern, auf der anderen die Verbindung zum Versicherer. Im Zusammenhang mit der eigenen Zeichnungsberechtigung können somit dynamische Versicherungslösungen geschaffen werden, die an die Bedürfnisse der Kunden angepasst sind.

Der letzte und womöglich ausschlaggebendste Vorteil liegt in der Spezialisierung auf die genannten Nischensparten. Als Experte auf seinem Gebiet agiert der Assekuradeur einerseits als Versicherungsvertreiber, andererseits für Kunden und Partner als Ansprechmöglichkeit bei Fachfragen und Schadenfällen.

Während Versicherungsprodukte ohnehin oft eine gewisse Grundkomplexität aufweisen und nicht leicht zu „durchschauen“ sind, wird es im Bereich nicht-alltägliche Sparten häufig noch herausfordernder für Kunden und Versicherungsvermittler.

Einerseits mangels entsprechender Vergleichbarkeit, aber auch, weil man sich womöglich nicht tagtäglich mit gewissen Nischenprodukten auseinandersetzt. In solchen Fällen kann ein Abschlussagent als helfende Hand zu Seite stehen und bestmöglich dabei unterstützen, eine passende, maßgeschneiderte Versicherungslösung zu finden.

Spezialist und Schnittstelle

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Assekuradeure keine „herkömmlichen“ Versicherungsvermittler sind, sondern als Spezialisten in gewissen Bereichen auftreten. Als Schnittstelle zwischen Markt und Versicherer bieten sie sowohl ihren Kunden, aber auch Vertriebspartnern einige wesentliche Vorteile – wie beispielsweise Flexibilität, Fachwissen und die Fähigkeit, maßgeschneiderte Versicherungslösungen zu konzipieren. Eine Tätigkeit, die sich auszahlt: und zwar für alle Parteien.

Wiener Neustadt, am 14.11.2023

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